Das Wichtigste in Kürze
- Klärt Rollen, Zeiteinsatz und Erwartungen, bevor ihr Verträge unterschreibt.
- Anteile sollten den Beitrag abbilden, den jede Person in Zukunft leisten wird.
- Vesting und Regeln für den Ausstieg schützen das Unternehmen, falls jemand früh geht.
- Eine vereinbarte Konfliktkultur hilft, wenn es ernst wird.
Am Anfang ist die Begeisterung groß und die Einigkeit scheinbar selbstverständlich. Genau dann lassen sich die schwierigen Fragen am leichtesten besprechen. Später, wenn es um Geld, Belastung oder eine unterschiedliche Richtung geht, fällt das deutlich schwerer.
Nehmt euch für das erste Grundsatzgespräch einen halben Tag Zeit, ohne Laptop und Tagesgeschäft. Haltet die Ergebnisse schriftlich fest, auch wenn sie noch nicht im Vertrag landen.
Themen für den Gesellschaftervertrag
| Worum es geht | Typische Regelung | |
|---|---|---|
| Anteile | Wem gehört wie viel? | Aufteilung nach künftigem Beitrag, Kapital und Verantwortung |
| Vesting | Anteile werden über einen Zeitraum erdient | zum Beispiel über drei bis vier Jahre mit einer Mindestfrist von einem Jahr |
| Ausstieg | Was passiert, wenn jemand geht? | Unterscheidung zwischen einvernehmlichem Ausscheiden und Ausscheiden aus wichtigem Grund, mit unterschiedlicher Abfindung |
| Entscheidungen | Wer entscheidet was? | Alltagsentscheidungen einzeln, Grundsatzfragen einstimmig oder mit Mehrheit |
| Geschäftsführung | Wer vertritt nach außen? | Einzel- oder Gesamtvertretung, Grenzen für Ausgaben |
| Wettbewerb | Darf jemand nebenher ähnlich arbeiten? | Wettbewerbsverbot während der Beteiligung |
Welche Regelungen möglich und sinnvoll sind, hängt von der Rechtsform ab. Für GmbH und UG ist der Gesellschaftsvertrag notariell zu beurkunden.
Anteile fair verteilen
Eine Aufteilung zu gleichen Teilen wirkt fair, passt aber nur, wenn alle ähnlich viel Zeit, Geld und Verantwortung einbringen. Arbeitet eine Person Vollzeit und die andere nebenberuflich, sollte sich das in den Anteilen oder in einer Vergütung spiegeln.
Bei Vesting erhalten Gründer:innen ihre Anteile schrittweise über mehrere Jahre. Wer früh aussteigt, gibt einen Teil zurück. Das verhindert, dass jemand nach wenigen Monaten mit einem großen Anteil geht, während die anderen weiterarbeiten.
Checkliste für das erste Gespräch
Konfliktkultur vereinbaren
Meinungsverschiedenheiten gehören zu jeder Zusammenarbeit, und es hilft, vorher zu wissen, wie ihr damit umgeht. Vereinbart feste Termine, in denen ihr nur über eure Zusammenarbeit sprecht, etwa einmal im Quartal. Legt fest, dass jede Person Unmut früh anspricht und ihr bei festgefahrenen Themen eine neutrale Moderation oder Mediation hinzuzieht.
Quellen und Weiterlesen
Stand September 2026. Dieser Artikel gibt Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.







