Gemeinsam gründen

Rollen, Anteile und Regeln für das Gründungsteam

5 Min. Lesezeit Vertiefung GründungsteamGesellschaftervertragKonflikte

Konflikte im Gründungsteam belasten junge Unternehmen oft stärker als gedacht. Wer früh über Rollen, Anteile und den Fall eines Ausstiegs spricht, spart sich später teure Auseinandersetzungen. Mit Checkliste für das erste Gespräch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Klärt Rollen, Zeiteinsatz und Erwartungen, bevor ihr Verträge unterschreibt.
  • Anteile sollten den Beitrag abbilden, den jede Person in Zukunft leisten wird.
  • Vesting und Regeln für den Ausstieg schützen das Unternehmen, falls jemand früh geht.
  • Eine vereinbarte Konfliktkultur hilft, wenn es ernst wird.

Am Anfang ist die Begeisterung groß und die Einigkeit scheinbar selbstverständlich. Genau dann lassen sich die schwierigen Fragen am leichtesten besprechen. Später, wenn es um Geld, Belastung oder eine unterschiedliche Richtung geht, fällt das deutlich schwerer.

Nehmt euch für das erste Grundsatzgespräch einen halben Tag Zeit, ohne Laptop und Tagesgeschäft. Haltet die Ergebnisse schriftlich fest, auch wenn sie noch nicht im Vertrag landen.

Themen für den Gesellschaftervertrag

Worum es gehtTypische Regelung
AnteileWem gehört wie viel?Aufteilung nach künftigem Beitrag, Kapital und Verantwortung
VestingAnteile werden über einen Zeitraum erdientzum Beispiel über drei bis vier Jahre mit einer Mindestfrist von einem Jahr
AusstiegWas passiert, wenn jemand geht?Unterscheidung zwischen einvernehmlichem Ausscheiden und Ausscheiden aus wichtigem Grund, mit unterschiedlicher Abfindung
EntscheidungenWer entscheidet was?Alltagsentscheidungen einzeln, Grundsatzfragen einstimmig oder mit Mehrheit
GeschäftsführungWer vertritt nach außen?Einzel- oder Gesamtvertretung, Grenzen für Ausgaben
WettbewerbDarf jemand nebenher ähnlich arbeiten?Wettbewerbsverbot während der Beteiligung

Welche Regelungen möglich und sinnvoll sind, hängt von der Rechtsform ab. Für GmbH und UG ist der Gesellschaftsvertrag notariell zu beurkunden.

Anteile fair verteilen

Eine Aufteilung zu gleichen Teilen wirkt fair, passt aber nur, wenn alle ähnlich viel Zeit, Geld und Verantwortung einbringen. Arbeitet eine Person Vollzeit und die andere nebenberuflich, sollte sich das in den Anteilen oder in einer Vergütung spiegeln.

Bei Vesting erhalten Gründer:innen ihre Anteile schrittweise über mehrere Jahre. Wer früh aussteigt, gibt einen Teil zurück. Das verhindert, dass jemand nach wenigen Monaten mit einem großen Anteil geht, während die anderen weiterarbeiten.

Checkliste für das erste Gespräch

Konfliktkultur vereinbaren

Meinungsverschiedenheiten gehören zu jeder Zusammenarbeit, und es hilft, vorher zu wissen, wie ihr damit umgeht. Vereinbart feste Termine, in denen ihr nur über eure Zusammenarbeit sprecht, etwa einmal im Quartal. Legt fest, dass jede Person Unmut früh anspricht und ihr bei festgefahrenen Themen eine neutrale Moderation oder Mediation hinzuzieht.

Quellen und Weiterlesen

  1. BMWE Existenzgründungsportal – Teamgründung
  2. Handelskammer Hamburg – Beratung und Service

Stand September 2026. Dieser Artikel gibt Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.