Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten Selbstständigen sind nicht rentenversicherungspflichtig und müssen selbst vorsorgen.
- Freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente sind 2026 ab 112,16 € im Monat möglich.
- Die Basisrente ist steuerlich begünstigt, das Geld bleibt aber bis zur Rente gebunden.
- Ab 2027 sind Selbstständige erstmals für das neue Altersvorsorgedepot förderberechtigt.
Für die meisten Selbstständigen gibt es keine Pflicht zur Altersvorsorge. Die Bundesregierung plant laut Koalitionsvertrag eine verpflichtende Absicherung, ein beschlossenes Gesetz gibt es im September 2026 aber noch nicht. Bis dahin liegt die Entscheidung bei dir, und je früher du anfängst, desto mehr arbeitet der Zinseszins für dich.
Viele kombinieren mehrere Bausteine. Wichtig ist, dass die Beiträge zu deinem schwankenden Einkommen passen und du sie auch in schwächeren Monaten durchhältst.
Die gängigen Wege im Überblick
| Freiwillige gesetzliche Rente | Basisrente (Rürup) | ETF-Sparplan | Liquide Rücklage | |
|---|---|---|---|---|
| Flexibilität der Beiträge | Höhe monatlich änderbar | je nach Vertrag | jederzeit anpassbar | jederzeit |
| Zugriff vor der Rente | nein | nein | ja | ja |
| Steuerliche Förderung | Beiträge als Vorsorgeaufwand absetzbar | Beiträge bis 30.826 € im Jahr absetzbar (2026, Ledige) | keine besondere Förderung | keine |
| Absicherung weiterer Risiken | Erwerbsminderung und Reha bei erfüllten Voraussetzungen | optional je nach Vertrag | nein | nein |
| Schwankungsrisiko | gering | je nach Anlageform | hoch, langfristig ausgleichbar | keines, aber Inflation |
Die Übersicht beschreibt Eigenschaften und ist keine Empfehlung für ein Produkt oder eine Anlageform.
Zahlen 2026
| Freiwillige gesetzliche Rente, Mindestbeitrag | 112,16 € im Monat |
| Freiwillige gesetzliche Rente, Höchstbeitrag | 1.571,70 € im Monat |
| Basisrente, Höchstbetrag Sonderausgaben | 30.826 € (Ledige), 61.652 € (Verheiratete) |
| Altersvorsorgedepot, Start | 1. Januar 2027 |
| Altersvorsorgedepot, Grundzulage | bis 540 € im Jahr |
Worauf du bei der Wahl achtest
Die freiwillige gesetzliche Rente ist flexibel, weil du die Beitragshöhe jeden Monat selbst festlegst und sie in schwachen Phasen senken kannst. Mit ausreichend Beitragszeiten kann sie außerdem den Zugang zur Erwerbsminderungsrente und zu Reha-Leistungen sichern. Wie viel Rente ein Beitrag später bringt, zeigt dir die Deutsche Rentenversicherung in einer kostenlosen Beratung.
Die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, ist ein privater Vertrag, dessen Beiträge du bis zum Höchstbetrag als Sonderausgaben absetzen kannst. Das Kapital ist bis zum Rentenbeginn gebunden, du kannst es nicht beleihen oder vorzeitig auszahlen lassen, und die spätere Rente ist steuerpflichtig. Achte auf die Kosten, sie unterscheiden sich zwischen Anbietern stark.
Ein ETF-Sparplan ist ein regelmäßiger Kauf von Anteilen an börsengehandelten Indexfonds. Er ist flexibel und kostengünstig, unterliegt aber Kursschwankungen und bietet keinen Schutz bei Pfändung oder Insolvenz. Eine liquide Rücklage auf dem Tagesgeldkonto ersetzt keine Altersvorsorge, sie schützt dich aber davor, in Krisen an langfristige Anlagen gehen zu müssen.
Neu ab 2027
Mit der Reform der privaten Altersvorsorge löst ab 2027 ein neues gefördertes Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab. Erstmals sind auch Selbstständige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder freiberuflicher Arbeit förderberechtigt, sofern sie eine Steuererklärung abgegeben haben. Die Details der Produkte stehen erst fest, wenn Anbieter sie auf den Markt bringen.
Quellen und Weiterlesen
- Deutsche Rentenversicherung – Selbstständige
- Bundesfinanzministerium – Reform der privaten Altersvorsorge
Stand September 2026. Dieser Artikel gibt Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.







