Aufträge gewinnen mit wenig Zeit

Positionierung, Sichtbarkeit und Projekte, die in deine Woche passen

3 Min. Lesezeit Einstieg AkquisePositionierungLinkedInProjektplanung

Mit zehn Stunden pro Woche kannst du keine Akquise wie eine Agentur betreiben. Das musst du auch nicht. Hier erfährst du, wie du dich abseits deines Arbeitgebers positionierst, ehrlich kommunizierst und Projekte so zuschneidest, dass sie nebenher funktionieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Positioniere dich so, dass du deinem Arbeitgeber keine Konkurrenz machst.
  • Kund:innen deines Arbeitgebers sind während des Arbeitsverhältnisses tabu.
  • Sag offen, wann du erreichbar bist und wie schnell du antwortest.
  • Wähle Projekte mit planbarem Aufwand und flexiblen Terminen.

Eine Nische neben deinem Job

Die naheliegende Idee ist, das anzubieten, was du im Job ohnehin tust. Genau dort liegt aber das Risiko, mit deinem Arbeitgeber in Konkurrenz zu treten. Such dir deshalb eine Zielgruppe oder ein Thema, das dein Arbeitgeber nicht bedient. Eine angestellte Agenturdesignerin kann etwa Erscheinungsbilder für Hamburger Praxen und Kanzleien entwickeln, wenn ihre Agentur nur Konzerne betreut.

Eine klare Nische hilft dir doppelt. Du wirst schneller empfohlen, weil man sich an dich erinnert, und das Gespräch mit deinem Arbeitgeber wird einfacher. Wie du deine Positionierung findest, steht im Artikel zur Positionierung im Ressort Marketing.

Welche Projekte passen nebenher?

Termine flexibelTermine fest am Tag Aufwand gut planbar

Ideal für den Start

Logo, Broschüre, Textpaket oder ein Konzept mit klarem Umfang und Abgabe in einigen Wochen.

Machbar mit Absprache

Ein Workshop oder eine Präsentation vor Ort, wenn du rechtzeitig einen Urlaubstag einplanst.

Aufwand schwer planbar

Nur mit Puffer

Projekte mit vielen Feedbackschleifen. Vereinbare feste Korrekturrunden und ein Zeitfenster für Rückmeldungen.

Eher ablehnen

Kampagnen mit täglichen Abstimmungen, Eventbetreuung oder Rufbereitschaft für Social Media.

Ehrlich über Erreichbarkeit sprechen

Viele verschweigen, dass sie nebenher arbeiten, und rennen dann tagsüber heimlich ans Telefon. Ehrlicher und entspannter ist es, Erreichbarkeit offen zu regeln. Schreib in dein Angebot, dass du Anrufe dienstags und donnerstags ab 18 Uhr annimmst und Mails innerhalb von zwei Werktagen beantwortest. Die meisten Auftraggeber:innen können damit gut leben, solange Termine verlässlich eingehalten werden.

Kalkuliere deine Lieferzeiten großzügig. Ein Projekt, das in Vollzeit zwei Wochen dauert, braucht nebenher eher sechs. Wer das von Anfang an sagt, liefert pünktlich und wird weiterempfohlen.

Sichtbar werden, ohne Ärger zu bekommen

LinkedIn ist für viele der wichtigste Kanal, und dort sehen auch Kolleg:innen und Vorgesetzte, was du tust. Sprich deshalb mit deinem Arbeitgeber, bevor du dein Profil um die Selbstständigkeit ergänzt. Halte beide Rollen getrennt, nutze keine Arbeitsproben aus dem Job und keine Namen von Kund:innen deines Arbeitgebers. Ideen für einen machbaren Rhythmus findest du im Artikel zu LinkedIn im Ressort Marketing.

Kolleg:innen sind oft die ersten, die dich empfehlen, wenn sie wissen, was du anbietest. Bitte sie um Empfehlungen in ihrem privaten Umfeld. Den Kundenkreis eures Arbeitgebers lässt du dabei außen vor.

Quellen und Weiterlesen

  1. IHK Regensburg – Nebentätigkeit und Wettbewerbsverbot
  2. Handelsgesetzbuch § 60 (gesetze-im-internet.de)

Stand September 2026. Dieser Artikel gibt Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.