Das Wichtigste in Kürze
- Gewinn und Gehalt werden zusammen versteuert, deshalb fällt auf den Nebengewinn oft ein höherer Steuersatz an als gedacht.
- Bei mehr als 410 € Nebeneinkünften im Jahr musst du eine Steuererklärung abgeben, bis 820 € mildert der Härteausgleich die Steuer.
- Anlaufverluste kannst du mit dem Gehalt verrechnen, solange du ernsthaft Gewinn erzielen willst.
- Leg von Anfang an einen Teil jedes Gewinns für die Steuer zurück.
Von deinem Gehalt zieht der Arbeitgeber jeden Monat Lohnsteuer ab. Auf deinen Nebengewinn zahlt niemand automatisch etwas ein. Das Finanzamt rechnet beides in der Einkommensteuererklärung zusammen und wendet darauf den progressiven Tarif an. Progression heißt, dass der Steuersatz mit jedem zusätzlichen Euro steigt.
Der Grundfreibetrag von 12.348 € (2026) ist bei einem Vollzeitgehalt in der Regel schon durch das Gehalt ausgeschöpft. Jeder Euro Nebengewinn wird deshalb mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz besteuert, also dem Satz, der für den letzten verdienten Euro gilt. Bei mittleren Gehältern liegt er oft zwischen 30 und 42 Prozent.
Die wichtigsten Beträge 2026
| Pflicht zur Steuererklärung | wenn Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug 410 € im Jahr übersteigen (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG) |
| Steuerfrei bis | 410 € Nebeneinkünfte (§ 46 Abs. 3 EStG) |
| Gemildert besteuert | über 410 € bis 820 € (§ 46 Abs. 5 EStG mit § 70 EStDV) |
| Grundfreibetrag | 12.348 € zu versteuerndes Einkommen |
| Gewerbesteuer-Freibetrag | 24.500 € Gewerbeertrag für Einzelunternehmen (§ 11 GewStG) |
| Vorauszahlungen | werden festgesetzt ab 400 € im Jahr und 100 € je Termin (§ 37 Abs. 5 EStG) |
Der Härteausgleich bei kleinen Beträgen
Bleiben deine Nebeneinkünfte im Jahr bei höchstens 410 €, zieht das Finanzamt sie wieder ab und sie bleiben steuerfrei. Zwischen 410 € und 820 € wird nur ein Teil besteuert, abgezogen wird der Betrag, um den deine Nebeneinkünfte unter 820 € liegen. Bei 600 € Nebengewinn sind das 220 €, versteuert werden also 380 €. Ab 820 € gilt die volle Besteuerung.
Der Härteausgleich bezieht sich auf alle Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug zusammen, also etwa auch auf Mieteinnahmen. Für eine echte Gründung spielt er meist nur im ersten Jahr eine Rolle.
Rechenbeispiel: 8.000 € Nebengewinn zum Gehalt
| Annahmen | ledig, keine Kinder, keine Kirchensteuer |
| Angenommenes zu versteuerndes Einkommen aus dem Gehalt | 40.000 € |
| Einkommensteuer darauf (Tarif 2026) | 7.209 € |
| Plus Gewinn aus freiberuflicher Nebentätigkeit | 8.000 € |
| Einkommensteuer auf 48.000 € | 9.852 € |
| Zusätzliche Steuer durch den Nebengewinn | 2.643 € |
| Durchschnittlich auf den Nebengewinn | rund 33 % |
| Bleibt vom Nebengewinn | 5.357 € |
Ein Solidaritätszuschlag fällt bei diesem Einkommen nicht an. Weil die Lohnsteuer den Nebengewinn nicht erfasst, kommt die Steuer als Nachzahlung mit dem Bescheid oder über Vorauszahlungen. Lege deshalb etwa ein Drittel jedes Nebengewinns zurück.
Was bleibt vom Nebenverdienst?
Wie viel Steuer auf deinen Nebengewinn zusätzlich zum Gehalt anfällt und was übrig bleibt.
Vereinfachte Schätzung für eine alleinstehende Person nach dem Einkommensteuertarif 2026. Ohne Steuerbescheid schätzt der Rechner das zu versteuernde Einkommen grob aus dem Gehalt (rund 82 % des Bruttos abzüglich Pauschalen). Nebeneinkünfte bis 410 € bleiben steuerfrei, bis 820 € gilt ein gleitender Härteausgleich. Gewerbesteuer fällt erst über dem Freibetrag von 24.500 € an. Sozialversicherung ist nicht enthalten, als Angestellte:r bist du darüber in der Regel weiter versichert.
Verluste und Liebhaberei
Kostet dich der Start im ersten Jahr mehr, als er einbringt, etwa durch Technik, Website und Weiterbildung, mindert der Verlust dein zu versteuerndes Einkommen. Du bekommst dann einen Teil der bereits gezahlten Lohnsteuer zurück.
Das Finanzamt erkennt Verluste aber nur an, wenn du auf Dauer Gewinn erzielen willst. Fehlt diese Absicht, spricht man von Liebhaberei, dann werden Verluste rückwirkend gestrichen. Anlaufverluste in den ersten Jahren sind normal. Wer aber jahrelang Verluste schreibt, ohne etwas am Konzept zu ändern, muss mit Nachfragen rechnen. Halte deshalb fest, wie du Preise, Angebot oder Akquise anpasst.
Gewerbesteuer und Vorauszahlungen
Freiberufler:innen zahlen keine Gewerbesteuer. Gewerbetreibende zahlen sie erst, wenn ihr Gewerbeertrag den Freibetrag von 24.500 € übersteigt, was nebenher selten passiert. Eine Gewerbesteuererklärung brauchst du in der Regel auch erst oberhalb dieser Grenze.
Aus deiner Gewinnschätzung im Fragebogen und später aus deinem Steuerbescheid setzt das Finanzamt Vorauszahlungen fest. Sie sind am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig. Ändert sich dein Gewinn deutlich, kannst du eine Anpassung beantragen.
Quellen und Weiterlesen
- Einkommensteuergesetz § 46 (gesetze-im-internet.de)
- Einkommensteuer-Durchführungsverordnung § 70 (gesetze-im-internet.de)
- BMF-Monatsbericht Februar 2026 – Die wichtigsten steuerlichen Änderungen 2026
- Minijob-Zentrale – Übungsleiterpauschale und Ehrenamt seit 2026
Stand September 2026. Dieser Artikel gibt Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.








