Welche Versicherungen du wirklich brauchst

Pflicht, sinnvoll oder später, sortiert nach Risiko

4 Min. Lesezeit Einstieg VersicherungHaftpflichtRisiko

Versicherer bieten Gründer:innen gern ein großes Paket an. Mit einer einfachen Risikomatrix findest du heraus, welche Absicherung du jetzt brauchst und was warten kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflicht ist für alle die Krankenversicherung, für einige Berufe zusätzlich eine Berufshaftpflicht.
  • Für Kreative und Beratende ist die Vermögensschadenhaftpflicht oft die wichtigste betriebliche Versicherung.
  • Versichere zuerst Risiken, die selten sind, dich aber finanziell ruinieren könnten.
  • Prüfe deinen Schutz einmal im Jahr und immer, wenn sich deine Tätigkeit ändert.

Gesetzlich vorgeschrieben ist für Selbstständige zunächst nur die Krankenversicherung, gesetzlich oder privat, mit Pflegeversicherung. Einige Berufe müssen zusätzlich eine Berufshaftpflicht nachweisen, etwa Rechtsanwält:innen, Steuerberater:innen, Architekt:innen oder Versicherungsvermittler:innen. Für die meisten Gründungen in Design, Text, Beratung oder IT gibt es keine Versicherungspflicht. Trotzdem können dich einzelne Schäden hart treffen, und viele Auftraggeber:innen verlangen inzwischen einen Haftpflichtnachweis.

Die wichtigsten betrieblichen Versicherungen

BetriebshaftpflichtPersonen- und Sachschäden, die du anderen im Rahmen deiner Arbeit zufügst, etwa bei einem Termin vor Ort
Vermögensschadenhaftpflichtreine Geldschäden durch Fehler in deiner Arbeit, zum Beispiel ein Druckfehler in einer Auflage oder eine verpasste Frist
CyberversicherungKosten nach Hackerangriffen, Datenverlust oder Datenschutzverstößen, oft mit Soforthilfe durch IT-Fachleute
InhaltsversicherungTechnik und Einrichtung bei Feuer, Wasser, Einbruch, Sturm; bei mobilem Arbeiten auf Elektronikdeckung achten
RechtsschutzAnwalts- und Gerichtskosten, für Firmen meist als Firmen- oder Vertragsrechtsschutz mit Wartezeiten

Wahrscheinlichkeit und Schadenshöhe

seltenhäufig hoher Schaden

Unbedingt versichern

Seltene Ereignisse mit existenzbedrohenden Folgen, etwa ein Fehler mit hohem Vermögensschaden oder ein Personenschaden. Hier helfen Vermögensschaden- und Betriebshaftpflicht.

Versichern und vorbeugen

Häufige Risiken mit großem Schaden, zum Beispiel Cyberangriffe bei viel Arbeit mit Daten. Versicherung plus Backups, Updates und Zwei-Faktor-Anmeldung.

geringer Schaden

Selbst tragen

Seltene Kleinschäden, etwa ein beschädigtes Kabel. Dafür reicht eine kleine Rücklage.

Organisatorisch lösen

Häufige kleine Ärgernisse wie Korrekturschleifen oder kleinere Streitigkeiten. Klare Verträge helfen hier mehr als eine Police.

Worauf du bei Angeboten achtest

Vergleiche vor allem die Deckungssumme, also den Höchstbetrag pro Schaden, und die genaue Beschreibung deiner Tätigkeit im Vertrag. Wenn dort nur „Grafikdesign“ steht und du auch Websites programmierst, kann im Schadenfall Streit entstehen. Achte außerdem auf die Selbstbeteiligung, auf eingeschlossene Tätigkeiten im Ausland und darauf, ob Nutzungsrechts- und Datenschutzverletzungen mitversichert sind.

Kombi-Policen für Kreative und Beratende bündeln oft Betriebs- und Vermögensschadenhaftpflicht und sind für kleine Umsätze bezahlbar. Hol dir mindestens zwei, drei Angebote ein oder lass dich von unabhängigen Stellen beraten.

Größere Auftraggeber:innen und öffentliche Stellen schreiben in Rahmenverträgen oft Mindestdeckungssummen vor. Lies solche Vorgaben vor der Unterschrift und frag bei deinem Versicherer nach, ob du die Summe für ein einzelnes Projekt erhöhen kannst. Das ist meist günstiger als eine dauerhaft höhere Deckung für alle Aufträge.

Quellen und Weiterlesen

  1. IHK Köln – Versicherungen für Gründerinnen und Gründer
  2. IHK Frankfurt – Betrieblicher Versicherungsschutz

Stand September 2026. Dieser Artikel gibt Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.